Ist Flüssiggas gleich Flüssiggas?

Nein! Man muss zwischen verschiedenen verflüssigten Gasen unterscheiden. In den Medien wird aktuell häufig von Flüssiggas gesprochen, gemeint ist allerdings verflüssigtes Erdgas, welches man auch als LNG (Liquefied Natural Gas) bezeichnet. Dieses LNG soll Deutschland zukünftig an neu zu errichtenden Terminals z. B. in Wilhemshaven mit Erdgas versorgen, da in den bestehenden Pipelines aus Russland zu wenig Erdgas zur Verfügung steht.

LNG ist ein anderes Gas als das Flüssiggas, welches WPG an seine Kunden ausliefert. Die korrekte Bezeichnung für das WPG-Flüssiggas ist Propangas oder international auch LPG (Liquefied Petroleum Gas) genannt.

Chemisch gesehen handelt es sich bei den Produkten um verschiedene Gase. Erdgas besteht aus Methangas mit der chemischen Formel CH4. Propangas ist eine komplexere Kohlenwasserstoffverbindung mit der chemischen Formel C3H8.

Propangas entsteht entweder während der Destillationsprozesse in Raffinerien z. B. bei der Verarbeitung von Rohöl und Veredelung zu diversen anderen Produkten wie Benzin, Diesel, Kerosin, Heizöl etc. oder wird als natürliches Vorkommen z. B. zusammen mit Erdöl oder Erdgas direkt am Bohrloch gefördert.

Weil man sowohl das LNG als auch das LPG verflüssigen kann. Das hat den Vorteil, dass wesentlich mehr Energie relativ kompakt auf engem Raum transportiert werden kann.

Allerdings sind die Verfahren für die Verflüssigung grundsätzlich verschieden. Während sich Propangas bereits bei einem geringen Druck von ca. 8 bar verflüssigen lässt, benötigt man für das LNG einen wesentlich höheren Druck von mehr als 200 bar und eine zusätzliche Kühlung unter -180 °C. LNG als verflüssigtes Gas bereitzustellen und zu transportieren ist also wesentlich aufwändiger.

Ja. Denn anders als beim Erdgas bezieht WPG das Propangas nicht mittels Pipelines. Der gesamte Propangasmarkt ist bereits seit der Entstehung vollkommen anders organisiert und operiert autark. Das in Deutschland verwendete Propangas wird von den hiesigen Raffinerien oder von internationalen Terminals mittels großer Straßentankwagen, Eisenbahnkesselwagen oder Binnenschiffen bezogen.

Von dort aus gelangt es meist zunächst in örtliche Großlagerstätten, die von den unterschiedlichen Gesellschaften in Deutschland oder auch im europäischen Ausland betrieben werden, sodass von dort aus die Versorgung der Flüssiggaskunden durch kleine Tankfahrzeuge erfolgen kann.

Nein. Es macht keinen Sinn mit einem so hohen Restinhalt Flüssiggas nachzubestellen. Wir empfehlen unseren Kunden mit Bedacht zu handeln und raten von Panikkäufen ab. Die Versorgung mit Propangas ist für unsere Kunden sichergestellt (siehe auch Ist meine Versorgung mit Propangas gesichert?). Wir behalten die Situation am Energiemarkt permanent im Blick und stellen uns auf sich ändernde Gegebenheiten sofort ein, damit wir Ihre sichere Versorgung gewährleisten können.

Eine zu frühe Belieferung des Behälters verursacht durch häufigere Belieferungsfahrten nur zusätzliche Kosten. Neben den ohnehin schon gestiegenen Preisen entstünden damit zusätzliche Belastungen.

Insofern ist es nach wie vor ratsam bei einem Restinhalt von ca. 20% Propangas nachzubestellen.

Da die Flüssiggasbehälter maximal 85% des Gesamtvolumens aufnehmen können, verfügen Sie bei 20% Restinhalt immer noch annähernd über ein Viertel Ihres gesamten Gasvorrats, was bei einem

  • 2700 Liter-Behälter in etwa 540 Litern (~4000 kWh) Propangas entspricht
  • 4850 Liter-Behälter in etwa 970 Litern (~7000 kWh) Propangas entspricht
  • 6400 Liter-Behälter in etwa 1.280 Litern (~9500 kWh) Propangas entspricht

Je nach Gesamtenergiebedarf steht Ihnen also auch bei 20% Restinhalt im Behälter immer noch eine beachtliche Menge Energie zur Verfügung, womit Sie den Zeitraum bis zur Belieferung überbrücken können.

Das ist leider von sehr vielen Faktoren abhängig und nicht in einem Satz zu erläutern. Im Nachfolgenden haben wir einige Punkte für Sie zusammengefasst, die für die Preisentwicklung verantwortlich sind.

  1. Nachfrage/Allgemeine Unsicherheit
    Aktuell herrscht eine allgemeine Unsicherheit vor, da die Energieversorgung Deutschlands aufgrund der Lieferengpässe bzgl. der Erdgaslieferungen aus Russland nicht zu 100% sicher ist. Das hat mit Propangas in erster Linie nichts zu tun. Dennoch wird in den Medien als auch politisch eher allgemein von einer Gasknappheit gesprochen und es wurden in der Vergangenheit verschiedene Gasnotstandsstufen durch die Bundesregierung ausgerufen. Auch hiervon ist Propangas nicht betroffen. Es veranlasst jedoch viele Verbraucher dazu, den eigenen Vorrat aufzufüllen, um für den Winter gerüstet zu sein. Das wiederum verursacht eine enorm hohe Nachfrage auf dem Rohstoffmarkt, was die Preise kurzfristig aufgrund dieser künstlichen Verknappung kurzzeitig ansteigen lässt. Das ist ein normaler Marktmechanismus, der beinahe alljährlich insbesondere in den Wintermonaten zu beobachten ist, da hier die Nachfrage nach Heizenergie am größten ist. In 2022 ist die Nachfrage jedoch seit Beginn des Krieges in der Ukraine ungebrochen hoch, sodass auch die Beschaffungspreise darunter leiden und nach wie vor entsprechend hoch ausfallen.
  2. Spekulation
    Viele Rohstoffe werden an Warenterminbörsen gehandelt. Dazu gehört auch Propangas. Hier wird heute schon vereinbart, wieviel Menge zu welchem Preis z. B. im nächsten Monat an einem bestimmten Ort zur Verfügung stehen soll. Flüssiggasversorger decken sich so zu einem Teil mit dem entsprechenden Propangasbedarf für ihre Kunden ein.

    Ähnlich einer Sportwette geht es darum vorherzusagen, welche Entwicklung wohl am wahrscheinlichsten eintreten wird. Nur ist nicht die Frage, welche Mannschaft in welcher Minute ein Tor schießt, sondern ob z. B. ein Land mit niedrigen Energiereserven in absehbarer Zeit seinen Vorrat auffüllen muss. Darauf wird weltweit spekuliert und über massive Kaufoptionen entsteht dann ein künstlicher Marktpreis. Auch politische Entwicklungen sind hier zu beachten. Meldungen über internationale Konflikte (Arabische Welt, Nord- und Südkorea, Ukraine-Krieg etc.), Unglücke oder Naturkatastrophen führen automatisch zu Reaktionen auf dem Rohstoffmarkt.

    Was sich unter normalen Bedingungen in einem bestimmte Rahmen abspielt, ist in 2022 völlig aus den Fugen geraten. Durch die zunehmende Unsicherheit werden immer mehr Wetten abgegeben. Zum einen um dem zukünftig Bedarf gerecht zu werden und zum anderen, weil niemand so genau weiß, wie sich der Preis in Zukunft entwickeln wird. Das lässt die Preise sprunghaft steigen. Durch die zunehmenden Bestellungen der Endkunden entsteht bei den Flüssiggasversorgern gleichzeitig aber auch ein riesiger, spontaner Bedarf, der über den sogenannten Spotmarkt gedeckt wird. Hier werden Propangasmengen kurzfristig eingekauft. Hier greift dann wieder der normale Marktmechanismus: Hohe Nachfrage = hohe Preise. Der Höchstbietende erhält die Ware, um seine Kunden zu versorgen.

    So gibt es sowohl kurzfristige als auch langfristige Effekte, die den Gaspreis nachhaltig beeinflussen.
  3. Wechselkurse EUR/US-$
    Rohstoffe wie Rohöl, Erdgas oder Propangas werden international in US-Dollar gehandelt. Je nachdem wie der Wechselkurs gerade steht, zahlen wir in Europa unterschiedlich hohe Euro-Beträge. Da der Wechselkurs im Jahresverlauf 2022 unter starkem Druck steht, haben sich die in US-Dollar gehandelten Produkte in der Eurozone allein durch die Umrechnung um bis zu 15% verteuert (Stand 08.2022).
  4. Steuern
    Auf jeden Liter Propangas müssen verschiedene Steuern und Abgaben entrichtet werden. So fällt neben der Mineralölsteuer auch die in 2021 eingeführte CO2-Abgabe an, auf die zusätzlich die Mehrwertsteuer berechnet wird.



    Die Gasumlage in Höhe von 2,419 EUR je Kilowattstunde trifft WPG-Kunden nicht!

    Inwiefern WPG-Kunden auch von der Mehrwertsteuersenkung von 19% auf 7% profitieren, ist aktuell noch unklar. Sobald uns verlässliche Informationen vorliegen, werden wir Sie an dieser Stelle informieren.
  5. Ölpreis
    Da Propangas zu einem Teil in hiesigen Raffinerien gewonnen wird, ist Rohöl der Ausgangsrohstoff für dessen Produktion. Daher ist auch der Preis für das Flüssiggas von der Entwicklung des Rohölpreises abhängig.

Nein. Die Gasumlage in Höhe von 2,419 EUR je Kilowattstunde trifft WPG-Kunden nicht.

Inwiefern Propangaslieferungen auch von der Mehrwertsteuersenkung von 19% auf 7% profitieren, ist aktuell noch unklar. Sobald uns verlässliche Informationen vorliegen, werden wir die an dieser Stelle informieren.

Das ist aus aktueller Sicht schwer vorherzusagen. Denn wie sich die Beschaffungspreise entwickeln hängt von vielen verschiedenen Faktoren ab (siehe auch Warum schwanken die Preise für Flüssiggas so stark?). Daher lassen sich keine verbindlichen Aussagen treffen.

Das ist je nach Situation nicht einfach zu beantworten, da es von vielen Faktoren abhängig ist.

Unter normalen Umständen variieren die Preise meist je nach Saison. Das heisst, dass in nachfragestarken Zeiten - wie dem Winter - die Preise meist höher sind als in den Sommermonaten, in denen niemand heizen muss. Daher empfehlen wir unseren Kunden, den Behälter möglichst in den Sommermonaten aufzufüllen.

Je nach politischer Situation, unglücklichen Ereignissen oder Naturkatastrophen reagieren die Rohstoffpreise jedoch ganz unterschiedlich und mitunter sehr volatil. Unter solchen Umständen kann keine Prognose abgegeben werden, ob und in welchem Zeitrahmen die Preise steigen oder sinken werden.

Infos zur aktuellen Energiekrise

Ihr WPG-Flüssiggas ist NICHT von der Gasumlage betroffen

Wer bezahlt die Gasumlage?
Alle Erdgaskunden!

Ist WPG-Flüssiggas von der Gasumlage betroffen?
Nein!

Ist meine Versorgung mit WPG-Flüssiggas gesichert?
Ja - Ihre Versorgung ist dauerhaft gesichert!

WPG Flüssiggas stammt aus deutschen Raffinerien.
Darüber hinaus importieren wir große Mengen aus den benachbarten EU-Ländern, wie zum Beispiel den Niederlanden und Belgien. Importe aus Russland spielen keine Rolle!